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(04.03.10) Vor Kurzem haben wir an dieser Stelle von der letzten erfolgreichen Ziegenverteilung in der Primarschule Gitanda berichtet, welche im Dezember 2009 stattfand. Insgesamt haben nun 300 bedürftige Kinder und deren Familien eine Ziege erhalten. Viele davon haben schon Nachwuchs bekommen und es werden immer mehr. Die letzte Verteilung von 100 Ziegen im Dezember wurde von einem ruandischen Kameramann begleitet, der daraus eine kurze Video-Dokumentation erstellt hat.


(28.01.10) Am 16. Januar fand auf dem Schulgelände Gitanda eine große Evaluierung aller 300 Kinder mit ihren Ziegen statt. Unser Mitarbeiter vor Ort, Nathan, hat sich jede Ziege genau angeschaut und mit jedem einzelnen Kind gesprochen. Dabei wurde genau geschaut, ob jedes Kind noch seine Ziege besitzt, was durch die Markierung am Ohr der Ziege leicht nachzuvollziehen ist. Unterstützung bekam Nathan durch unseren Veterinärmediziner Claudien, welcher die Ziegen bei Bedarf medikamentös behandelte. Ebenso waren die Schuldirektorin und der für die Evaluierungen verantwortliche Lehrer Alfred bei der Evaluierung anwesend.
Resultat am Ende eines langen Tages: die Kinder und Familien sorgen sich sehr gut um ihre Ziegen. Alle 300 Ziegen leben! Bis auf wenige Ausnahmen erfreuen sich alle Ziegen bester Gesundheit. Drei Ziegen haben bereits gesunden Nachwuchs bekommen. Drei Zicklein sind leider gleich bei der Geburt gestorben.
Mit der erfolgreichen Ziegenverteilung ist nun der erste Projektschritt abgeschlossen. Die darauf folgende Maßnahme ist die Übernahme der Krankenversicherung der 300 am Projekt beteiligten Kinder. In Ruanda zahlt man jedes Jahr einen Beitrag von derzeit 1.000 FRW pro Kopf, um Zugang zu den örtlichen Gesundheitszentren zu haben und medizinisch behandelt zu werden. Die Ruanda Stiftung übernimmt von jenen Kindern die Krankenversicherung lückenlos bis zum 14. Lebensjahr, wo die Ziegen bei der Evaluierung leben und in gutem Zustand sind. Am 16. Januar konnte mit großer Freude der gute Zustand aller 300 verteilten Ziegen bestätigt werden.
Die Projektmaßnahme "Krankenversicherung" startet demnächst. An dieser Stelle wird bald darüber berichtet.

(25.01.2010) Am Sonnabend, dem 19.12.2009, wurden die letzten 100 Ziegen an die bedürftigen Schulkinder und deren Familien verteilt. Nun haben 300 bedürftige Familien aus der Region Rusiga eine Ziege. Knapp 1/3 der Ziegen war während unseres letzten Besuches im Dezember bereits trächtig. Der Großteil der 300 Ziegen wird im Februar 2010 Junge zur Welt bringen.
Mit der Verteilung der 300 Ziegen an die Kinder und ihre Familien ist die erste Projektphase beendet. Nun folgen weitere Projektschritte, z.B. die Übernahme der jährlichen Krankenversicherung für die 300 projektinvolvierten Schulkinder, die Vergabe von je zwei Hühnern an die Familien, die Verteilung von Schulmaterialien an die Kinder sowie die Errichtung von exemplarischen Schulgärten.
Alle Maßnahmen haben eines zum Ziel, die Verbesserung der Ernährungssituation der 300 projektinvolvierten Familien und somit die Verbesserung der Lebensumstände der Kinder.
Persönliche Worte vom Stifter Prof. Dr. Schleuning
Knapp eine Woche vor der letzten Ziegenverteilung fand auf dem Schulgelände von Gitanda eine große Evaluierung aller bis zu dem Zeitpunkt verteilten Tiere statt. Zu Beginn hat sich der Stifter Herr Schleuning persönlich an die versammelten Kinder, Eltern und Lehrer gewandt, um ihnen noch einmal unsere Motivation und das Ziel des Pilot-Projektes nahezubringen. Einen Ausschnitt der Ansprache können Sie auf Video hier anschauen.
(10.11.09) Im September startete unser neues Ziegenzucht-Projekt, bei dem 300 Ziegen an 300 sehr arme Familien aus der Region Rusiga verteilt werden sollen, deren Kinder die Grundschule Gitanda besuchen. Die Verbesserung der Ernährungssituation der Familien steht bei dem Projekt im Vordergrund. Die Ziegenzucht soll helfen, die Grundbedürfnisse der Familie und Kinder nachhaltig zu befriedigen. Indirekt sollen damit die schulischen Leistungen der Kinder gesteigert werden.
Die Verteilung unterteilt sich in 6 Phasen, bei denen jeweils 50 Kinder bzw. Familien eine Ziege bekommen. Die erste Verteilung fand am 14. September statt. Unsere Projektleiterin Frau Martin hat die Verteilung begleitet.
Ziegenzucht-Projekt EP Gitanda | Dokumentation der 1. Verteilung
Dokumentation als PDF anschauen
Der lange beschwerliche Weg zur Schule: Von Kigali bis zur Schule sind es rund 30 km. Für den Weg braucht man mit dem Auto ca. 1 Stunde und 10 Minuten. Wobei die letzten 6 km unbefestigte und steinige Pisten sind, die steil ins Tal führen und bei Regen nur mit Allradantrieb passierbar sind. Für den Tag der Ziegenverteilung haben wir uns deshalb ein Auto der Jumelage ausgeliehen (siehe 4. Foto), welches wir als Projektpartner des rheinland-pfälzischen Koordinationsbüros in Anspruch nehmen dürfen.




Akteure des Ziegenzucht-Projektes
Die Funktion und den Namen der einzelnen Personen erfahren Sie durch einen Klick auf das entsprechende Bild.
Sonntag, 13.09.2009 Evaluierung der 50 gekauften Ziegen
Insgesamt sollen 300 bedürftige Schüler der EP Gitanda, bzw. deren Familien, eine Ziege erhalten. Die 300 Familien wurden in 6 Gruppen zu je 50 Familien aufgeteilt. Jede Gruppe erhält also 50 Ziegen sowie einen Ziegenbock. Die Verteilungen der Ziegen an die einzelnen Gruppen finden zeitversetzt statt. Am 14.09. wurde mit der Verteilung der 1. Gruppe begonnen. 50 Ziegen mussten gekauft werden. Den Auftrag erhielt der Ziegenlieferant Felix UGIRIMBABAZI. Eine Ziege wurde zum Preis von 23.000 FRW erworben, Transport inklusive. Am Tag vor der eigentlichen Verteilung wurden alle Ziegen kontrolliert, mit ihren Nummern registriert sowie mit ihren charakteristischen Merkmalen erfasst. Alle Ziegen haben Blättchen mit einer Nummer im Ohr. In der 1. Gruppe sind das die Nummern 1-50.
Montag, 14.09.2009 Verteilung der 50 Ziegen an die 1. Gruppe
Legende zu den Bildern (von links nach rechts):
1. Bild: 50 kleine Zettelchen mit den Nummern 1-50 (für die Ziegen von 1-50)
werden vorbereitet, gefaltet und vermischt auf den Tisch gelegt
2. Bild: Jeder der 50 Schüler aus der 1. Gruppe zieht der Reihe nach ein
Zettelchen und bekommt seine Ziege zugewiesen
3. Bild: Der Schuldirektor Herr Witonze und der Projektverantwortliche Herr
Bukanda rufen die Namen der 50 Schüler in alphabetischer Reihenfolge auf
4. Bild: Der genannte Schüler tritt mit seiner Ziege nach vorne, in Begleitung seiner Eltern, bzw. des Vormund oder Unterschriftsberechtigten. Es werden Name der Ziege (durch die Kinder selbst gewählt), Name des Kindes, Nummer der Ziege, Name der Eltern und Name des Unterschriftsberechtigten auf dem Vertrag notiert. Anschließend wird der Vertrag von allen Parteien unterschrieben.
5. Bild: Mit Vertragsunterzeichnung und Aushändigung der Ziege an den Schüler und seine Familie, wird die Ziege gleich noch mit den Basismedikamenten durch den Veterinärmediziner Claudien versorgt.
Liste der Empfangsbestätigungen der Ziegen
Auf der Liste sind alle 50 Schüler der 1. Gruppe alphabetisch notiert. Die Liste gibt in einer kurzen übersichtlichen Form Auskunft über Name, Geschlecht und Klassenstufe des Schülers. Ebenso sind die Nummer seiner Ziege, Farbe und besondere Merkmale der Ziege und Datum der Aushändigung der Ziege notiert. Zum Schluss hat jeder Unterschriftsberechtigter der Familie des Schülers (Eltern, Vormund oder entsprechend gewählter Verantwortlicher für die Ziege) den Empfang der Ziege mit seiner Unterschrift (bzw. Fingerabdruck für jene, die nicht schreiben können) bestätigt.
(Bearbeitet am: 10.11.09)
(bearbeitet am 18.06.09)
Die Grundschule EP Gitanda befindet sich in der Region Rusiga, in der Nordprovinz Ruandas. Die Schule liegt fernab der Straße, tief im Tal und ist nur durch eine ca. 7 Km lange, steile und schwer zugängliche Piste erreichbar.
Momentan besuchen rund 580 Kinder die Schule. Viele von ihnen kommen aus armen bis sehr armen Familien. Wie das ganze Land Ruanda, so leidet auch diese Region unter einer hohen Einwohnerdichte, schlechter Infrastruktur und schlechten, ausgelaugten Böden. Die daraus resultierende Nahrungsmittelknappheit trifft den Großteil der in der Region ansässigen Familien.
Die ersten Opfer des Nahrungsmangels sind Kinder, vor allem Mädchen. Neben den bekannten physischen Folgen, trägt die mangelnde und unausgewogene Ernährung indirekt zu starken Bildungsdefiziten bei. In der Grundschule EP Gitanda ist zu beobachten, dass viele Schüler den Unterricht nur unregelmäßig besuchen und vor allem dem Nachmittagsunterricht fernbleiben. Da nur wenige Kinder in ihren Familien zum Mittag ein Essen bekommen, bleiben sie lieber zu Hause, als in der Schule aus Hunger und Erschöpftheit zu schlafen. Darin liegt begründet, dass nur ein Bruchteil der Kinder die Grundschule beendet und auf die Sekundarschule wechselt.
Die Ruanda Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, diese Misstände in der EP Gitanda nachhaltig zu beheben. Dabei spielt die Integration der Region rund um die Schule eine besonders wichtige Rolle. Primär steht die Verbesserung der Ernährungssituation der Familien im Vordergrund. Die schulischen Leistungen der Kinder sollen indirekt dadurch verbessert werden, indem man den Familien hilft ihre Grundbedürfnisse besser zu befriedigen. Einzelne Ziele sind deshalb u.a.:
- Verbesserung der Nahrungssituation armer Familien (mit Kindern)
- Optimierung der Kenntnisse der Familien im Bereich Ziegenzucht + Gartenbau
- Steigerung des Grundeinkommens der Region Rusiga
- Förderung der Solidarität in der Region Rusiga
- Rückgang der Fehlzeiten im Schulbesuch
- Verbesserung der schulischen Leistungen
- Anstieg der Sekundarschüler

Die Grundidee des Projektes besteht darin, zuallererst das "Fundament" der Kinder zu stärken - also die Familien. Die Ruanda Stiftung hat sich dabei für die Zucht von Ziegen entschieden. Ziegen sind sehr anpassungsfähige, pflegeleichte, anspruchslose und zähe Tiere. Als Futter dient den Ziegen das Gras in den grünen Hügeln. Zusätzlich können die Besitzer Ergänzungsfutter kaufen, wenn sie ab und an die Mittel dazu haben. Insgesamt sollen 300 Ziegen im gebährfähigen Alter an besonders bedürftige Familien vergeben werden, deren Kinder die Primarschule EP Gitanda besuchen.
Zusammen mit den 300 Ziegen werden 6 Ziegenböcke für die Zucht erworben. Die Zucht und die medizinische Versorgung wird durch einen Veterinärmediziner gewährleistet. Um die betreffenden Familien in der Ziegenhaltung und -zucht zu unterstützen, führt dieser in mehreren Gruppen Workshops durch. Sobald eine Ziege Nachwuchs bekommt, wird diese in einem vorher festgelegten Rotationsprinzp an eine Familie ohne Ziege weitergegeben. Diese Vorgehensweise soll dazu beitragen, die Solidarität in der Region zu unterstützen. Außerdem werden durch die Teamarbeit der gesamten Region interne Kontroll- und Selbsthilfemechanismen aktiviert. Langfristig sollen sich die Ziegen weiter vermehren, so dass die Anzahl der Ziegen pro Familie und in der gesamten Region dermaßen ansteigt, dass sich durch den Verkauf der Ziegenprodukte die Grundeinkommen aller Betroffenden verbessern. Aber auch anfangs nutzt eine Ziege, indem sie Milch zur Grundnahrung beisteuert und dadurch etwas gegen die nahrstoffarme Ernährung der Kinder getan wird.
Zusätzlich zu der Ziegenzucht werden in der Schule selbst Workshops im Gartenbau durchgeführt. Die Familien sollen dazu befähigt werden, die teils ausgelaugten und nährstoffarmen Böden der Region maximal auszunutzen. In jeder Schulklasse werden die Schüler zusammen mit ihrem Lehrer einen exemplarischen Garten anlegen. Die erworbenen Kenntnisse sollen die Kinder an ihre Familien weitergeben und damit den Wissenstransfer unterstützen.
Um einen Anreiz für alle Beteiligten zu schaffen und dem frühzeitigen Verkauf der Ziegen entgegenzuwirken, bekommen alle Schulkinder am Ende der ersten Projektphase einen Schulkasten (mit Stiften, Papier, etc.).
Außerdem werden die hygienischen und baulichen Bedingungen an der Schule verbessert. Geplant sind eine Zisterne zur Sammlung des Regenwassers, der Bau von neuen Latrinen, sowie die Renovierung besonders sanierungsbedürftigen Klassenzimmern.