Ab sofort unterstützt die Ruanda Stiftung das Krankenhaus Kabgayi im Distirkt Muhanga, südlich der Stadt Gitarama. Das Krankenhaus ist für die Versorgung von 70.000 Menschen zuständig. Die Kapazitäten decken diesen Bedarf bei weitem nicht.
Dazu kommt, dass sich viele Menschen eine Behandlung nicht leisten können. Der Sozialservice des Krankenhauses kümmert sich genau um diese Fälle: sozialschwache Kinder und Familien erhalten eine angemessene Behandlung, Medikamente und eine Essensversorgung.
Finanziert wird dieser Sozialservice durch die Einnahmen aus Spenden, eines Restaurants, eines Kiosks und einer kleine Farm vor Ort. Wir möchten zu einer besseren Versorgung der Familien beitragen und unterstützen neue Projekte.
Janinka Lutze - eine ehrenamtliche Mitarbeiterin der Ruanda Stiftung - wird für die Betreuung der Projekte zuständig sein.


Liebe Freunde der Ruanda Stiftung,
ich heiße Janinka und war nach meinem Abitur für ein Jahr in Ruanda, wo ich als Freiwillige im Sozialservice des Krankenhaus und Gesundheitszentrum Kabgayi gearbeitet habe. Dort habe ich bereits Projekte durchgeführt, mit denen ich den Sozialservice und einigen der ruandischen Familien unterstütze. Für weitere Projekte werde ich nun mit der Ruanda Stiftung zusammen arbeiten. Hier stelle ich Ihnen kurz den Sozialservice vor, berichte von bereits durchgeführten und laufenden Projekten:
Das Krankenhaus Kabgayi hat 420 Betten und 250 Angestellte und ist für ca. 70.000 Einwohner zuständig. Die Projekte werden vorwiegend mit dem Sozialservices geplant und durchgeführt. Der Sozialservice sorgt dafür, dass auch Kranke behandelt werden, die sich die Medikamente, Behandlung oder Unterbringung im Krankenhaus nicht leisten können. Finanziert wird alles durch Spenden, ein Restaurant, ein Kiosk und eine kleine Farm vor Ort. Zusätzlich ist der Sozialservice für zwei Waisenjungen, ein verstoßenes Kind und zwei weitere Kinder zuständig, die auf Grund chronischer Krankheiten dauerhaft im Krankenhaus sind. Ein Teil des Sozialservice ist auch der ?Service Nutrition?, der sich um mangel- und unterernährte Patienten kümmert.
Jeden Tag wird die Visite im gesamten Krankenhaus gemacht. Dabei wird geschaut, ob es neue Patienten gibt, die unterstützt werden müssen und wie es den Anderen geht. Die Patienten, die sich ihre Behandlung nicht leisten können, werden zuerst aufgenommen und bekommen dann eine Unterbringung im Krankenhaus. Für die Medikamente müssen sie ins Büro des Sozialservice und sie sich genehmigen lassen, ebenso wie eventuellen Transport und auch das Essen. Es wird dreimal täglich Essen in der Küche des Sozialservice ausgegeben. Die bedürftigen Patienten haben einen Schein, auf dem steht wie oft sie Essen bekommen. Da nicht immer genug Mittel zur Verfügung stehen, bekommen einige Patienten nur ein oder zweimal täglich Essen.
Eine Erfassung aller bezahlten Medikamente wird per Hand in einem Heft festgehalten. Genauso verläuft es mit den mangel- und unterernährten Patienten. Hier hat der Sozialservice jedoch mehr zu tun. Etienne, der Chef des Sozialservice, ist Ernährungswissenschaftler und Hauptverantwortlicher für die Behandlung der Patienten des Service Nutrition. Sie werden täglich gewogen und gemessen und ihr psychischer Zustand kontrolliert. Vor allem bei den Kindern führt Mangel- und Unterernährung zu einer gehemmten Entwicklung und sie werden oft auch mental krank bis hin zu apathischem Verhalten.
Mit diesen Kindern wird viel gespielt und geübt, um so die Entwicklung wieder zu unterstützen. Zusätzlich dazu gibt es viele Gespräche mit den Eltern und auch Kochstunden, in denen die Eltern lernen, wie sie ihre Kinder besser ernähren können. Die Eltern (meist die Mütter) der Kinder helfen in der Küche oder auf der Farm des Sozialservice.
Projekte, die ich während meines Aufenthaltes durchgeführt habe, waren vor allem dazu gedacht, den Sozialservice zu unterstützen und ihm bei der Bekämpfung der Mangelernährung zu helfen. Auf der Farm haben wir ein großes Feld mit Bananen und Ibimyomolo (eine Obstpflanze) gepflanzt. Die Früchte werden im Restaurant verarbeitet und verkauft oder für die Patienten zubereitet.
Außerdem haben wir eine Hühnerfarm mit knapp 300 Hühnern eröffnet und eine Milchkuh gekauft. Die Milch und die Eier sind wichtige Bestandteile der Behandlung der mangelernährten Patienten, die oft an Proteinmangel leiden. Zusätzlich können viele der Eier verkauft werden, um so das Hühnerfutter, Medikamente für die Patienten und später neue Hühner zu kaufen.
Auch Milchziegen und ein Gehege für diese haben wir gekauft und gebaut. Die Ziegenmilch wird für die Patienten genutzt und Jungtiere werden den mangelernährten Kindern mitgegeben. So können diese auch zu Hause weiterhin mit Milch versorgt werden. Etienne bringt den Eltern und Kindern bei, wie sie sich um die Tiere kümmern müssen und wie sie sie melken.
Für die Kinder habe ich ein Spielzimmer mit einigen Spiel- und Malsachen sowie einer kleinen Bücherei eingerichtet. So haben sie während ihrer langen Aufenthalte im Krankenhaus etwas Abwechslung und Spaß.
Speziell für die mangelernährten Kinder und die fünf Kinder, die dauerhaft im Krankenhaus bleiben müssen, habe ich mein imbuto-Projekt gestartet. Imbuto heißt auf Kinyarwanda, der Amtssprache Ruanda, Obst. Für ungefähr 2,50 Euro wird jede Woche etwas Tofu und Obst für die Kinder gekauft. Tofu ist eine gute Ergänzung zu den Eiern und der Milch bei der Behandlung. Und das Obst schmeckt den Kindern gut und gibt ihnen wichtige Vitamine.
Projekte, die für die kommende Zeit geplant sind:
Wir würden gern einen Brotofen bauen. So könnte der Sozialservice das Brot für das Restaurant und den Kiosk selbst herstellen und mehr Einnahmen erhalten. Auch die Farm soll mit weiteren Feldern ausgebaut werden. Zur Unterstützung der Familien der mangelernährten Kinder sind auch die Verteilung von weiteren Ziegen und Hühnern geplant. Für diese zukünftigen Projekte werden wir eng mit der Ruanda Stiftung zusammenarbeiten.
Möchten Sie zur Verwirklichung dieses Projektes etwas beitragen? Spenden mit dem Betreff Krankenhaus Kabgayi werden ohne Abzüge an das Projekt weitergeleitet.