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Pilotprojekt Bildungsförderung Ruanda

Jean Paul Bucyacyera

Ab Oktober 2011 startet die Ruanda Stiftung zusammen mit Manuel von der Muehlen ein Pilotprojekt zur Bildungsförderung in Ruanda. Es soll hier die Möglichkeit geschaffen werden, jungen Menschen in Ruanda ein Studium zu finanzieren. Den meisten Ruandern bleibt eine höhere Bildung versperrt.

Ruanda ist nach wie vor eines der ärmsten Länder der Welt. Nur wenige können sich ein Studium an einer Universität leisten. Das wiederum führt dazu, dass es in Ruanda an qualifizierten, gut ausgebildeten Menschen fehlt. Ein Teufelskreis!

Die Ruanda Stiftung möchte vor allem eines: den Menschen in Ruanda die Möglichkeit geben, langfristig und nachhaltig auf eigenen Beinen zu stehen! Dieses Ziel erreicht man wesentlich durch eine gute Ausbildung!

Die Bildungsförderung beginnt mit Jean Paul Bucyacyera. Später soll sie weiter ausgebaut werden. Manuel von der Muehlen leitet dieses Projekt ehrenamtlich und wird in regelmäßigen Abständen an dieser Stelle ausführlich berichten.

Aktuelle Nachrichten / Latest News

Oktober 2013: Jean-Paul

Sechster Bericht von Jean Paul BUJYACYERA

Liebe Ruanda Stiftung e.V. und liebe Unterstützer,

Ich bin froh euch hiermit meinen sechsten Bericht zukommen zu lassen. Wie immer werde ich über meine neuen Lebensabschnitte berichten.

Ich studiere bereits im dritten Jahr an der National University of Rwanda (NUR), Kigali Zweig, an der Faculty of Arts, Media and Social Sciences (FAMSS) im Department Journalism Communication. Ich bin bereits für das dritte Jahr registriert und seit zwei Wochen habe ich das Studium wieder aufgenommen. Dieses Jahr ist sehr wichtig für mich, da es das vorletzte Jahr ist, welches ein wichtiges Praktikum beinhaltet. Ich hoffe, dass ich ein Praktikum mit der Ihrigen Ruanda Stiftung e.V. absolvieren und professionelle Arbeitserfahrung sammeln kann.

Nach wie vor arbeite ich für Isangostar (www.isangostar.rw), einer von Kigalis lokalen Radio Stationen. Es ist eine gute Quelle für Informationen und Unterhaltung im Land der 1000 Hügel: Rwanda. Ich arbeite dort von Dienstag bis Freitag von 18.00 bis 19.00 Uhr sowie am Wochenende während des Semesters. Ich verdiene zwar ein wenig Geld, gebe aber alles weiter an meine Familie, um ihnen das Leben in Ngarama zu erleichtern. Ich besorge beispielsweise Kleider, die Schuluniform oder bezahle die jährliche Krankenpflegekasse für meine Mutter und meine Geschwister. Mein derzeitiger Job ermutigt mich nach vorne zu blicken. Ich hoffe, dass ich auch in Zukunft hier arbeiten kann bzw. eine gute professionelle Arbeit finde. Zurzeit denke ich daran, mich nach meinem Grundstudium (bis 2015) im Bereich Internationale Beziehungen weiterzubilden.

Meiner Familie geht es gut. Meine Mutter lebt nach wie vor mit meinen vier Geschwistern in Ngarama. Mein Vater lebt zusammen mit einer anderen Frau ebenfalls in Ngarama. Das Geld, was ich bei der Arbeit verdiene, erleichtert das Leben meiner Familie sehr.

Ich lebe nahe meiner Universität (zehn Minuten Fußweg), sodass ich öffentliche Verkehrsmittel nur dann benötige, wenn ich meine Familie in Ngarama besuche oder zum Hauptcampusgebäude nach Butare muss. Ich lebe allein in einem kleinen Haus, indem ich mir Elektrizität und Wasser mit meinen Nachbarn teile. Alles, was ich brauche, ist in meiner direkten Umgebung: die Kirche, der Markt, ein Krankenhaus und - natürlich - ein Fußballplatz.

Wie ihr wisst, singe ich in meiner Freizeit. Ich habe ja die Band "Real Boys" gegründet, inzwischen haben wir schon ein paar Lieder herausgebracht. Demnächst möchte ich ein besonderes Lied für euch, liebe Unterstützer herausbringen. Außerdem warte ich auf die Rückkehr von Manuel von der Muehlen, sodass wir gemeinsam ein Lied in Englisch, Kinyarwanda und Deutsch singen können.

Ich hoffe ich werde euch eines Tages allen begegnen,

Euer Jean Paul Bujyacyera

April 2013: Jean-Paul

Fünfter Bericht von Jean Paul BUJYACYERA

Liebe Freunde der Ruanda Stiftung,

Ich freue mich, euch (Ihnen) meinen fünften Bericht zu schicken und euch (Ihnen) allen frohe Ostern zu wünschen. Im Folgenden beschreibe ich wie bisher, wie sich mein Leben durch eure (Ihre) Unterstützung geändert hat.

Im kommenden Monat Mai werde ich meine finalen Prüfungen im zweiten Jahr absolvieren. Im September dieses Jahres werde ich somit voraussichtlich mein drittes Studienjahr beginnen.

Vielleicht erinnert sich der ein oder andere, dass ich für verschiedene ruandische Zeitungen unbezahlte Berichte als freiwilliger Journalist geschrieben habe. Ich bin sehr froh, euch (Ihnen) hiermit mitteilen zu können, dass ich dieses Jahr meine erste richtige Stelle als angehender Journalist gefunden habe. Ich arbeite als Moderator für den ruandischen Radiosender ISANGOSTAR (www.isangostar.org). Ich arbeite dort an den Wochenenden und mittlerweile auch unter der Woche dienstags und freitags von 18 bis 19 Uhr 30. Das Geld, was ich von euch (Ihnen) bekomme, verwende ich für mein Studium. Das Geld, was ich durch meine Arbeit verdiene, verwende ich hingegen, um meine Familie zu unterstützen. Ich kaufe ihnen damit Essen, Kleider, Schulmaterialien (Schreibhefte, Stifte, Schuluniform), bezahle die jährliche Versicherung und andere Kleinigkeiten. Wie in meinem letzten Bericht bereits geschildert, habe ich zusätzlich den Auftrag von der Ruanda Stiftung erhalten, bei Möglichkeit über Veranstaltungen der Ruanda Stiftung in den ruandischen Medien zu berichten, z.B. durch einen Artikel.

Meine Familie ist unglaublich froh über eure (die Ihrige) Unterstützung. Meine Mutter und meine Geschwister sind stolz auf mich, da ich in der Universität gute Resultate erziele und sie meine Stimme im Radio hören können. Ich werde Geld sparen, damit ich meiner Familie ein neues Haus bauen kann. Das jetzige Haus befindet sich in äußerst prekärer Verfassung. Ich habe meiner Familie außerdem eine Ziege gekauft, die schon Junge bekommen hat. Die Ziege wird meiner Familie eine große Hilfe bei der Landwirtschaft sein. Meine Mutter und meine vier Geschwister leben ausschließlich von eigens produzierter Landwirtschaft und haben oftmals nicht genügend Essen für sich selbst übrig. Als Erstgeborener (mit den sich für mich durch euch (Sie) eröffneten Möglichkeiten) empfinde ich es nun als meine Pflicht, für meine Familie zu Sorgen.

Nach wie vor lebe ich ca. 500 Meter nahe meiner Fakultät in Kigali. Dadurch, dass ich alleine lebe, lerne ich Disziplin und Selbstständigkeit. Es gibt Elektrizität und fließend Wasser, beides teile ich mit meinen Nachbarn. Ein Fußballplatz, eine Kirche, ein Krankenhaus und der Markt befinden sich ganz in meiner Nähe. Den Bus (das in Ruanda übliche Verkehrsmittel für Fernreisen) benutze ich, wenn ich das Hauptgebäude unserer Universität in Butare oder meine Familie besuche. Die einzige wirklich ernsthafte momentane Sorge sind für mich die täglich wachsenden Preise im Wohnungsmarkt in unserer Hauptstadt Kigali.

Ich singe nach wie vor in der Gruppe "Real Boys". Ich empfehle euch (Ihnen) den folgenden Link auf YouTube: http://www.youtube.com/watch?v=Xm1kXwe8IC4. Wenn Manuel von der Muehlen mich das nächste Mal in Ruanda besuchen kommt, werden wir gemeinsam einen Song produzieren.

Vielen Dank für alles, was ihr (Sie) für mich tut, es grüßt euch (Sie) von Herzen euer

Jean Paul BUJYACYERA

Dezember 2012: Jean-Paul

Vierter Bericht von Jean Paul BUJYACYERA

Liebe Ruanda Stiftung, liebe Unterstützer,

ich freue mich, euch allen noch Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr wünschen zu dürfen. Ich bin für immer dankbar für eure Unterstützung!

Das Studium

Ich freue mich verkünden zu können, dass ich erfolgreich für das zweite Jahr an der National University of Rwanda (NUR), Kigali Campus, an der Faculty of Arts, Media and Social Sciences (FAMSS), eingeschrieben bin. Ich habe bereits alle Prüfungen des ersten Semesters hinter mir und gehe davon aus, dass ich gute Ergebnisse erzielt habe. Am siebten Januar wird mein neues Semester beginnen.

Meine neue Teilzeitbeschäftigung

In diesem Jahr habe ich nach langer Suche endlich eine dauerhafte Teilzeitbeschäftigung gefunden. Vielleicht erinnern sich ein paar von euch, dass ich bereits, ohne Bezahlung, Artikel für ruandische Zeitungen schreiben durfte, die auch veröffentlicht wurden. Jetzt arbeite ich an den Wochenenden regelmäßig bei Radio Isango Star, eine von Kigalis Radio Stationen. Da ich unter der Woche studieren muss, kann ich bislang nur samstags und sonntags arbeiten, dafür habe ich für die Wochenenden aber eine vorerst gesicherte Stelle. Ebenso freue ich mich, mitteilen zu können, dass ich mich mit dem Gründer der Ruanda Stiftung, Herrn Christian Schleuning, bei seinem Besuch in Ruanda, in Kigali getroffen habe. Wir hatten ein sehr spannendes Gespräch, in dem ich die frohe Botschaft bekam, demnächst gelegentlich auch für die Ruanda Stiftung arbeiten zu können. Meine Aufgabe ist es, Artikel über die Projektumsetzungen der Ruanda Stiftung zu schreiben und diese, wenn möglich, auch zu veröffentlichen. Für jeden veröffentlichten Artikel bekomme ich ein kleines Honorar.

Meine Familie

Meiner Familie geht es gut, sie sind alle sehr stolz auf mich. Wie ich bereits berichtete, sind meine Eltern seit drei Jahren getrennt und mein Vater hat inzwischen eine andere Frau geheiratet. Ich bin der älteste von fünf Kindern, meine zwei Schwestern und zwei Brüder leben nach wie vor mit meiner Mutter in einer kleinen Hütte in meinem Heimatdorf Ngarama Yacu. Jetzt, da ich mein erstes, wenn auch geringes Einkommen habe, ist es Teil der ruandischen Kultur, für meine Familie zu sorgen. So finanziere ich etwa die Schulgebühren und Versicherungsbeiträge meiner Geschwister.

Lebenssituation

Ich lebe nach wie vor nahe meiner Fakultät (ca. 500 Meter Entfernung). Auch ein Sportplatz, wo ich Fußball spiele und ein Markt, auf dem täglich reges Treiben herrscht, sind ganz in der Nähe. Deshalb benötige ich öffentliche Verkehrsmittel nur selten, etwa wenn ich meine Familie in Ngarama Yacu besuche oder nach Butare zum Hauptgebäude der Uni fahren muss.

Sonstiges

Neben Studium und Teilzeitbeschäftigung bin ich nach wie vor ein angehender Sänger. Meine Gruppe nennt sich "Real Boys" und wir möchten unsere Lieder demnächst auf Englisch und Deutsch übersetzten lassen, damit auch ihr sie versteht. Auf Kinyarwanda gibt es sie bereits auf YouTube zu sehen. Ich arbeite gerade am zweiten Lied unserer Band, feat. Manuel von der Muehlen. Wir werden, bei unserem nächsten Wiedersehen, zusammen dieses Lied aufnehmen und vortragen.

Habt vielen herzlichen Dank für alles, ihr werdet für immer in meinem Herzen sein! Alles Liebe, euer

Jean Paul BUJYACYERA

Oktober 2012: Josiane

Erster Bericht von Josiane UWINEZA BIGARUKA

Liebe Ruanda Stiftung und liebe Unterstützer,

zunächst möchte ich Ihnen für die Möglichkeiten, die Sie mir geben, danken. Ich bin Studentin im dritten Jahr an der Kigali Independant University (ULK), Fakultät für Management und Business Studies, für die ich mich wegen meiner Leidenschaft für Ökonomie und guter Bildung entschieden habe.

Ziele

Ich hoffe, dass ich durch das Studium nach dem Abschluss eine herausragende Position auf dem Arbeitsmarkt einnehmen kann. Mein Traum ist es, dass ich mich nach Erlernen des nötigen Wissens und der Werkzeuge des Managements selbstständig machen kann. Damit kann ich mir einerseits selbst ein Einkommen sichern, vor allem aber auch meinen Landsleuten zu mehr Arbeit und Wohlstand verhelfen. Die Chancen für einen Erfolg stehen nicht schlecht, Ruanda befindet sich im Aufbruch und die Entwicklung ist spürbar.

Außerdem möchte ich weiter an einem Englischkurs teilnehmen, um mich international besser vernetzen zu können und die wichtigste Sprache der Businesswelt perfekt zu beherrschen. Die Grundlagen hierfür sind bereits gelegt, aber ich möchte noch besser werden.

Familiäre Situation

Ich bin Waisenkind und bei meiner Tante und meinem Onkel aufgewachsen. Mittlerweile musste ich dort aber ausziehen und wohne jetzt bei meiner Cousine.

Jobsuche

Die Jobsuche in Ruanda, auch in Kigali, ist nicht einfach, insbesondere für diejenigen ohne Universitätsabschluss. Deshalb habe ich im Moment, trotz intensivem Bemühen, keine Arbeit. Dies zu ändern bleibt eine meiner Top-Prioritäten.

Um all diese hoch gesteckten Ziele trotzdem erreichen zu können, benötige ich Hilfe. Studiengebühren, Unterkunft, Bücher und Schreibmaterialien haben einen hohen Preis, den ich im Moment alleine nicht stemmen kann. Auch der Englischkurs ist leider nicht kostenlos. Im Augenblick ist die Ruanda Stiftung mit ihren Spendern meine einzige Hoffnung. Andernfalls müsste ich in meiner jetzigen Situation das Studium abbrechen, da die finanziellen Mittel nicht mehr ausreichen würden.

Viele Grüße

UWINEZA BIGARUKA Josiane

Oktober 2012: Emmanuel

Erster Bericht von Emmanuel SIBOMANA

Liebe Ruanda Stiftung und Unterstützer,

Ich bin ein Student an der Kigali Independant University/Université Libre de Kigali (ULK) im zweiten Jahr und studiere Informatik an der dortigen Fakultät für Wissenschaft und Technik. Ich habe mich für diesen Studiengang entschieden, weil unser Land, Ruanda, die Entwicklung in diesem Bereich stark vorantreibt. Leider ist es nicht einfach, das Geld für Studiengebühren und die Transportkosten zwischen Wohnung und ULK aufzubringen. Mein Ziel ist es, zu studieren und gute Ergebnisse zu erreichen. Wenn ich alles habe, was ich dafür brauche, dann bin ich mir sicher, dass dies möglich ist und ich ein Studium schaffen werde.

Jobsuche

Im Augenblick habe ich keine Arbeit. Teilweise habe ich einen Nebenjob in einem Unternehmen für Computer-Netzwerke. Dafür wäre es aber hilfreich, wenn ich einige der nötigen Materialien selbst besitzen würde, wie zum Beispiel einen Laptop, eine Externe Festplatte oder einen Werkzeugkasten.

Familiäre Situation

Ich bin Waisenkind und habe keine Geschwister.

Alltag

Ich wohne in Kigali im Stadtteil Kimisagara in der Nähe vom Jugendzentrum Maison des Jeunes de Kimisagara (MJK). Das Geld, das ich habe, muss ich dort größtenteils für Essen ausgeben. Kimisagara ist weit von der ULK entfernt, was die Fahrt dorthin mit Bussen oder Moto-Taxis umständlich macht.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung und schöne Grüße

SIBOMANA Emmanuel

David Grömling stellt sich vor

Liebe Unterstützer und Austauschinteressierte!

Ich heiße David Grömling, wurde in Würzburg geboren und war, zusammen mit Manuel, nach dem Abitur ein Jahr als Weltwärts-Freiwilliger in Ruanda. In Kigali habe ich am Jugendzentrum "Maison des Jeunes de Kimisagara (MJK)" gearbeitet und war, zusammen mit Einheimischen, für den Betrieb des Computerraums verantwortlich und habe einige der dort angebotenen PC-Kurse gegeben. Mittlerweile studiere ich Informationssystemtechnik in Darmstadt.

Sowohl Josiane als auch Emmanuel habe ich im Umfeld meines Einsatzplatzes kennen gelernt. Josiane, damals noch Schülerin, war oft in der Bibliothek des MJK um dort für ihre Abschlussprüfungen zu lernen. Nachdem sie diese erfolgreich bestanden hat, studiert sie jetzt BWL an der Kigali Independent University.

Emmanuel war für die Elektrotechnik im Zentrum zuständig und hat Reparaturen an Beleuchtung, Stromkabeln und ähnlichen Dingen vorgenommen. Weil er sich sehr für Computer interessiert und für Mitarbeiter die Nutzung des Internets im Computerraum kostenlos war, sind wir uns dort häufig begegnet. Auf Grund dieses Interesses hat er sich auch für den Studiengang Informatik entschieden.

Experten beider Fächer werden in Ruanda heute dringend benötigt. Die aufstrebende und schnell wachsende Wirtschaft braucht Führungskräfte, die bereits existierende Unternehmen auch international erfolgreich machen, aber auch diejenigen, die durch ihren Gründergeist neue Ideen in die Tat umsetzen und so neue Arbeitsplätze schaffen. Um dies möglich zu machen, sucht Ruanda auch im IT-Bereich Anschluss. So wurden in Kigali, kurz vor meiner Abreise, neue Glasfaserkabel verlegt und die Geschwindigkeit des Internets vervielfacht und Office-Kenntnisse sind bei einer Bewerbung auch in Ruanda zwingend erforderlich.

Damit beide ihr Studium weiter fortsetzen können, brauchen sie und ich ihre Mithilfe. Mit einer Spende verbessern sie die persönlichen Zukunftsaussichten, aber auch die des gesamten Landes. Spenden mit dem Betreff "Bildungsförderung Josiane" oder "Bildungsförderung Emmanuel" werden zu 100% weitergeleitet. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, wäre es aber sinnvoll, wenn sie sich vorher direkt mit mir in Verbindung setzen.

Herzliche Grüße, David Grömling

David Grömling, Elsa-Brändström-Weg 68, 64289 Darmstadt, Mobil: +49 151 42422450, Email: davidgroemling@arcor.de

September 2012

Jean Paul kocht in seiner Wohnung

Dritter Bericht von Jean Paul BUJYACYERA

Wie immer grüße ich Sie/euch zuerst und danke euch für all die Unterstützung, die ich erhalte. Ich kann gar nicht sagen, wir sehr mein Leben sich verändert hat und wie dankbar ich Ihnen/euch bin. Mittlerweile habe ich mein erstes Studiumsjahr abgeschlossen und gerade mein zweites Jahr angefangen. Im Folgenden erzähle ich Ihnen/euch von meinem momentanen Leben.

Auf Jobsuche

Im vergangenen Jahr habe ich alle meine Kurse erfolgreich bestehen können. Dafür habe ich hart arbeiten müssen. Die Universität ist sehr strikt, was Anwesenheit anbelangt. Nur am Wochenende haben wir Studenten von unserem Tagprogramm frei. Ich habe versucht, mich so gut es geht um einen Job zu bemühen, allerdings habe ich bislang keinen finden können. Positiv zu berichten ist allerdings, dass ich im letzten Jahr mehrere Male als Freiwilliger im Feld Journalismus eingesetzt werden konnte, sprich, ohne Bezahlung Artikel für Ruandische Zeitungen schreiben durfte, von denen manche sogar veröffentlicht wurden. Wenn Sie/ihr meinen Namen googelt (Jean Paul BUJYACYERA) erscheinen die Berichte, die ich geschrieben habe; allerdings auf Kinyarwanda.

Jetzt im zweiten Jahr werde ich voraussichtlich mehr Freizeit haben als im ersten Jahr. Deswegen bin ich zuversichtlich, in der nahen Zukunft einen bezahlten Job zu finden.

Lebenslage

An unserer Uni muss sich jeder Student selbst um eine Wohnung kümmern. Nach wie vor wohne ich keine 500 Meter von meiner Fakultät hier in Kigali entfernt. Die Straße heißt Avenue Paul VI und liegt im Stadtteil Nyamirambo. Ich lebe alleine und das hilft mir zu erlernen, mein eigenes Leben selbst zu organisieren. Es gibt Elektrizität und fließend Wasser, das ich mit meinen Nachbarn teile. Ich lebe außerdem nahe eines Fußballplatzes, sowie eines täglichen Marktes und eines Krankenhauses, also in einer sehr angenehmen Gegend. Ich bin mit Grundmaterialien ausgestattet und koche mein Essen selber. Ich habe mich inzwischen in meiner Umgebung eingelebt und auch gute Freunde gefunden. In den Sommerferien war ich zuhause und habe Zeit mit meiner nach wie vor sehr armen Familie verbracht. Ich habe meine Brüder und Schwestern ermutigt weiterhin zur Schule zu gehen. Meine Familie ist sehr stolz auf mich!

Meine Band

Neben meinem Studium singe ich sehr gerne, letztes Jahr im Mai haben ein Freund und ich die Band "Real Boys" gegründet und unseren ersten Song geschrieben, der mittlerweile auf YouTube zu sehen ist. Der Song ist auf Kinyarwanda und heißt "Umv'ubutumwa", in Englisch "Hear the Message". Der Song handelt davon, junge Menschen zu inspirieren hart zu arbeiten, ihren Eltern zu gehorchen und in der Schule gut zu lernen. Mittlerweile ist der Song in der ganzen Eastern Province in Ruanda bekannt, wir hatten auch schon einen Auftritt. Neben der Musik mag ich auch Gedichte, Literatur und Theater.

Während den Sommerferien war ich außerdem Stürmer im Fußballclub meines Heimatdorfes, Ngarama FC. Das hat sehr viel Spaß gemacht und wir waren auch relativ erfolgreich!

Vielen Dank für alles und bis bald, viele Grüße, Ihr/euer

Jean Paul BUJYACYERA

Jean Paul mit seiner Mutter

März 2012

Zweiter Bericht von BUCYACYERA Jean Paul

Liebe Ruanda Stiftung, liebe Unterstützer!

Als allererstes grüße ich alle, die mich unterstützen: vielen vielen Dank! Ich schätze das wirklich sehr, denn Ihre/eure Unterstützung hat mein Leben in unterschiedlichster Weise verändert.

Studium
Ich studiere im ersten Jahr an der National University of Rwanda (NUR) Journalismus an der Faculty of Arts, Media and Social Sciences (FAMSS). Als ich noch keinen Laptop und keine Kamera hatte, war es etwas schwierig. Jetzt, da ich diese Materialien erhalten habe, geht es deutlich besser. Das Einzige was mir noch fehlt als Journalismus Student ist ein so genannter ?Voice Recorder?.

Unsere ersten Prüfungen sind bereits geschafft, aber wir haben noch keine Resultate erhalten. Jedoch gehe ich von einer ordentlichen Leistung aus. Ich habe versucht ein Zwischenzeugnis von meiner Uni zu bekommen, aber dies ist nicht möglich. Zeugnisse gibt es immer nur zum Jahresende.

Jobsuche
Nachdem ich das Geschenk von meinen Unterstützern bekommen habe, in dem u.a. die Kamera war, habe ich mein allerbestes getan und mich bei verschiedenen so genannten ?Media Houses? beworben. Es ist sehr schwierig, dort einen Job zu bekommen, da ich ja noch ein Student und kein Professional bin. Ich arbeite allerdings derzeit in der OASIS GAZETTE, eine Zeitung die Berichte über Bildung schreibt, in Zusammenarbeit mit dem Ministry of Education of Rwanda. Ich habe noch keine Bezahlung erhalten, aber in ein paar Tagen, wenn ich den Vertrag mit der Zeitung unterschrieben habe, wird es soweit sein. Meine Suche nach einem Job bei einem Media House habe ich nach wie vor nicht aufgegeben.

Familiensituation
Meiner Familie geht es gut. Meine Mutter und meine Geschwister danken Ihnen/euch für all die Unterstützung. Ich habe zwei Brüder und zwei Schwestern. Ich bin der älteste in unsere Familie, die vor drei Jahren leider geschieden wurde. Meine Geschwister leben bei meiner Mutter, da unser Vater erneut geheiratet hat und sich seit dem nicht mehr um uns kümmert. Wir beziehen unser Einkommen aus der Landwirtschaft. Wir leben in einer kleinen Hütte mit zwei Räumen und besitzen immerhin eine Ziege. Meine beiden Brüder studieren im so genannten ?nine-year basic education programm?. Dieses wird von der Schule für hochbegabte Schüler ärmster Familien gesponsert, was an sich toll ist, leider aber nur die Grundausbildung und keinen Secondary School Abschluss beinhaltet.

Das Alltagsleben
Das Alltagsleben in Kigali geht gut voran, wenn man von den teuren Essenspreisen einmal absieht. Ich lebe in einem kleinen Haus mit einem Raum neben einem kleinen Restaurant. Dort esse ich aber nicht, ich koche selbst. Ich wohne nur 400 Meter von meiner Fakultät entfernt, weshalb ich keine Transportkosten benötige. Die Ausnahme ist, wenn ich zu unserem Haupt-Campus in BUTARE fahren muss oder wenn ich meine Familie in Ngarama Yacu besuchen möchte. Für mein Haus gibt es sowohl Wasser als auch Elektrizität. Ich lebe auch nahe einen Sportplatz, wo ich in meiner Freizeit gerne Fußball spiele.

Zum Schluss möchte ich Ihnen/euch allen noch einmal danken. Ich bin sehr glücklich über all die Unterstützung.

Herzlichst, euer
BUCYACYERA Jean Paul

Januar 2012

Erster Bericht von BUCYACYERA Jean Paul

Liebe Ruanda Stiftung!

Ich bin sehr glücklich Ihnen hiermit meinen ersten Bericht zu schicken. Als allererstes möchte ich mich bei Ihnen für all die Unterstützung, die ich von Ihnen bekomme, bedanken. Ich bin sehr glücklich an der National University of Rwanda (NUR), Kigali Campus studieren zu dürfen.

Das Leben in Kigali

In Kigali gibt es viel mehr Möglichkeiten als an dem Ort wo ich herkomme (Ngarama). Deshalb ist das Leben hier auch deutlich teurer. Ich habe mein eigenes Apartment, und mir einiges grundessenzielle Material besorgt, wie z.B. Küchenmaterial. Am Anfang des Projektes musste ich viel Geld ausgeben. Unter anderem musste ich eine Strafgebühr zahlen, da meine Anmeldung an der Uni aufgrund von Anfangsschwierigkeiten zu spät eingegangen war, und ich musste mir eine Versicherung zulegen. Für diese Dinge habe ich mein Taschengeld verwendet, weswegen jetzt nicht mehr viel übrig ist. 10 Euro muss ich noch an Anmeldegebühren an die Uni zahlen und 30 Euro Taschengeld habe ich insgesamt noch übrig bis zum Ende des ersten Semesters, Ende Februar.

Studieren in NUR

An der Uni zu studieren ist ganz anders als das, was ich bislang aus der High School kenne. Die Professoren benutzen PowerPoint für Ihre Vorlesungen und senden die Notizen der Vorlesungen anschließend an die Email Konten der Studenten. Die Studenten können außerdem die online Universitätsbibliothek aufsuchen. Es gibt auf dem ganzen Campus wireless Internet. Für Studenten die keinen Laptop haben ist es daher sehr schwierig. Für mein Program "Journalismus & Media" lernen wir u.a. auch Editing & Film Making. Ein Großteil des Studiums besteht darin, das Gelernte in die Praxis umzusetzen. Dafür benötigen wir einen Laptop, eine Kamera, sowie einen Sound Recorder. Diese Materialien fehlen mir bislang.

Auf Jobsuche

Ich versuche einen Job im so genannten "Media House" zu finden. Ich denke, wenn ich Laptop, Kamera und Sound Recorder bekommen sollte, wird es einfach dort einen Job zu bekommen.

Studienergebnisse

In NUR erhalten die Studenten Ihre Studienergebnisse erst am Ende des Jahres. Ich werde aber versuchen, meine Zwischenergebnisse ausnahmsweise schon am Ende des ersten Semesters, Ende Februar, zu erhalten.

Ich freue mich auf Ihre Rückantwort. Mit herzlichen Grüßen, euer BUCYACYERA Jean Paul

Über Jean Paul

Jean Paul Bucyacyera ist 21 Jahre alt. Unter seinen Freunden ist er auch unter dem Spitznamen "JP" bekannt. Er wohnt zusammen mit seiner Familie im Osten Ruandas, in dem Ort, an dem ich als Freiwilliger tätig war. Ich habe JP beim Fußball kennen gelernt. Wie ich, so ist auch JP begeisterter Fußballer und sein Lieblingsspieler ist Samuel Eto'o von Inter Mailand. Mittlerweile hat JP die Secondary School mit Bravour gemeistert und ist nun bereit für den nächsten Schritt. Er möchte in der ruandischen Hauptstadt Kigali Medienwissenschaften und Journalismus an der National University of Rwanda studieren. Sein Studium läuft über einen Zeitraum von vier Jahren.

Ihr fragt euch vielleicht, warum nur einem einzigen Menschen helfen, wenn doch große Organisationen wie Greenpeace, Amnesty International  oder UNICEF viel größere Ziele verfolgen? Nun, ich habe mit eigenen Augen gesehen,  in welch ärmlichen Verhältnissen JP mit seiner Familie lebt. Es ist so erschütternd, dass ich es nicht in Worte fassen kann. Ich habe JP aber auch als herzensguten Menschen kennen gelernt und denke er hat mehr Wohlergehen verdient. Wenn JP erst einmal sein Diplom in der Tasche hat, wird er selbst dazu in der Lage sein, seiner Familie und sich ein besseres Leben zu gewähren.

Sollte dieses Projekt erfolgreich verlaufen, möchten wir es auch auf weitere ruandische Studenten ausweiten.

Manuel von der Muehlen stellt sich vor

Liebe Freunde der Ruanda Stiftung!

Ich heiße Manuel und komme aus Dortmund. Derzeit studiere ich Sozialwissenschaften in Maastricht, Niederlande. Im Jahr 2009/2010 besuchte ich als weltwärts Freiwilliger Ruanda und war dort in einem kleinen Ort namens Ngarama an einer Grund- und Berufsschule als Englischlehrer und Fußballcoach tätig.

In Ruanda gab es bis vor kurzem noch keine Schulpflicht. Obwohl das Land Ruanda mittlerweile erwartungsfroh in Bildung investiert, kostet der weiterführende Schulabschluss nach der Grundschule immer noch viel Geld. Nicht wenige Ruander schaffen dennoch einen Schulabschluss, der Ihnen  den Eintritt an eine Universität gewährleistet. Der Preisunterschied zwischen Schule und Universität ist aber so enorm, dass die allerwenigstens Ruander studieren können. Ein Studium kostet deutlich mehr als hierzulande, obwohl das durchschnittliche Einkommen in Ruanda viel geringer ist. Diejenigen, die dennoch studieren können, müssen sich ihr Studium oft mühsam selbst finanzieren. Aufgrund der Schwierigkeit einer Finanzierung des Studiums gibt es in Ruanda relativ wenige ausgebildete Fachkräfte.

Die Idee hinter dem Projekt Bildungsförderung Ruanda ist es, jungen talentierten ruandischen Schülern die Möglichkeit auf ein Studium zu gewährleisten. Die Studenten bekommen von einem hier ansässigen Spenderkreis Studium und Taschengeld finanziert. Die Studenten sollen aber nicht komplett einseitig vom Spenderkreis abhängig sein. Deshalb sind sie verpflichtet, sich während Ihres Studiums ernsthaft um einen Teilzeitjob zu bemühen, um sich das Studium teilweise selbst finanzieren zu können. Mein guter Freund Jean Paul Bucyacyera wird der erste sein, der von diesem Projekt unterstützt wird. Er wird über eine Dauer von vier Jahren Medienwissenschaft und Journalismus an der Nationalen Universität in der ruandischen Hauptstadt Kigali studieren.

Möchten Sie zur Verwirklichung dieses Projektes etwas beitragen? Spenden mit dem Betreff Bildungsförderung oder Jean Paul werden ohne Abzüge der Bildungsförderung weitergeleitet.

Herzliche Grüße, Manuel von der Muehlen

Manuel von der Muehlen, Schlickenkamp 20, 44265 Dortmund, Tel: +49 ? 231 7273846, Mobil: +49 ? 177 1978280, Email: manuel.vdm@hotmail.com