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Pilotprojekt Bildungsförderung Ruanda

Jean Paul Bucyacyera

Ab Oktober 2011 startet die Ruanda Stiftung zusammen mit Manuel von der Muehlen ein Pilotprojekt zur Bildungsförderung in Ruanda. Es soll hier die Möglichkeit geschaffen werden, jungen Menschen in Ruanda ein Studium zu finanzieren. Den meisten Ruandern bleibt eine höhere Bildung versperrt.

Ruanda ist nach wie vor eines der ärmsten Länder der Welt. Nur wenige können sich ein Studium an einer Universität leisten. Das wiederum führt dazu, dass es in Ruanda an qualifizierten, gut ausgebildeten Menschen fehlt. Ein Teufelskreis!

Die Ruanda Stiftung möchte vor allem eines: den Menschen in Ruanda die Möglichkeit geben, langfristig und nachhaltig auf eigenen Beinen zu stehen! Dieses Ziel erreicht man wesentlich durch eine gute Ausbildung!

Die Bildungsförderung beginnt mit Jean Paul Bucyacyera. Später soll sie weiter ausgebaut werden. Manuel von der Muehlen leitet dieses Projekt ehrenamtlich und wird in regelmäßigen Abständen an dieser Stelle ausführlich berichten.

Aktuelle Nachrichten / Latest News

Januar 2012

Erster Bericht von BUCYACYERA Jean Paul

Liebe Ruanda Stiftung!

Ich bin sehr glücklich Ihnen hiermit meinen ersten Bericht zu schicken. Als allererstes möchte ich mich bei Ihnen für all die Unterstützung, die ich von Ihnen bekomme, bedanken. Ich bin sehr glücklich an der National University of Rwanda (NUR), Kigali Campus studieren zu dürfen.

Das Leben in Kigali

In Kigali gibt es viel mehr Möglichkeiten als an dem Ort wo ich herkomme (Ngarama). Deshalb ist das Leben hier auch deutlich teurer. Ich habe mein eigenes Apartment, und mir einiges grundessenzielle Material besorgt, wie z.B. Küchenmaterial. Am Anfang des Projektes musste ich viel Geld ausgeben. Unter anderem musste ich eine Strafgebühr zahlen, da meine Anmeldung an der Uni aufgrund von Anfangsschwierigkeiten zu spät eingegangen war, und ich musste mir eine Versicherung zulegen. Für diese Dinge habe ich mein Taschengeld verwendet, weswegen jetzt nicht mehr viel übrig ist. 10 Euro muss ich noch an Anmeldegebühren an die Uni zahlen und 30 Euro Taschengeld habe ich insgesamt noch übrig bis zum Ende des ersten Semesters, Ende Februar.

Studieren in NUR

An der Uni zu studieren ist ganz anders als das, was ich bislang aus der High School kenne. Die Professoren benutzen PowerPoint für Ihre Vorlesungen und senden die Notizen der Vorlesungen anschließend an die Email Konten der Studenten. Die Studenten können außerdem die online Universitätsbibliothek aufsuchen. Es gibt auf dem ganzen Campus wireless Internet. Für Studenten die keinen Laptop haben ist es daher sehr schwierig. Für mein Program "Journalismus & Media" lernen wir u.a. auch Editing & Film Making. Ein Großteil des Studiums besteht darin, das Gelernte in die Praxis umzusetzen. Dafür benötigen wir einen Laptop, eine Kamera, sowie einen Sound Recorder. Diese Materialien fehlen mir bislang.

Auf Jobsuche

Ich versuche einen Job im so genannten "Media House" zu finden. Ich denke, wenn ich Laptop, Kamera und Sound Recorder bekommen sollte, wird es einfach dort einen Job zu bekommen.

Studienergebnisse

In NUR erhalten die Studenten Ihre Studienergebnisse erst am Ende des Jahres. Ich werde aber versuchen, meine Zwischenergebnisse ausnahmsweise schon am Ende des ersten Semesters, Ende Februar, zu erhalten.

Ich freue mich auf Ihre Rückantwort. Mit herzlichen Grüßen, euer BUCYACYERA Jean Paul

Über Jean Paul

Jean Paul Bucyacyera ist 21 Jahre alt. Unter seinen Freunden ist er auch unter dem Spitznamen "JP" bekannt. Er wohnt zusammen mit seiner Familie im Osten Ruandas, in dem Ort, an dem ich als Freiwilliger tätig war. Ich habe JP beim Fußball kennen gelernt. Wie ich, so ist auch JP begeisterter Fußballer und sein Lieblingsspieler ist Samuel Eto'o von Inter Mailand. Mittlerweile hat JP die Secondary School mit Bravour gemeistert und ist nun bereit für den nächsten Schritt. Er möchte in der ruandischen Hauptstadt Kigali Medienwissenschaften und Journalismus an der National University of Rwanda studieren. Sein Studium läuft über einen Zeitraum von vier Jahren.

Ihr fragt euch vielleicht, warum nur einem einzigen Menschen helfen, wenn doch große Organisationen wie Greenpeace, Amnesty International  oder UNICEF viel größere Ziele verfolgen? Nun, ich habe mit eigenen Augen gesehen,  in welch ärmlichen Verhältnissen JP mit seiner Familie lebt. Es ist so erschütternd, dass ich es nicht in Worte fassen kann. Ich habe JP aber auch als herzensguten Menschen kennen gelernt und denke er hat mehr Wohlergehen verdient. Wenn JP erst einmal sein Diplom in der Tasche hat, wird er selbst dazu in der Lage sein, seiner Familie und sich ein besseres Leben zu gewähren.

Sollte dieses Projekt erfolgreich verlaufen, möchten wir es auch auf weitere ruandische Studenten ausweiten.

Manuel von der Muehlen stellt sich vor

Liebe Freunde der Ruanda Stiftung!

Ich heiße Manuel und komme aus Dortmund. Derzeit studiere ich Sozialwissenschaften in Maastricht, Niederlande. Im Jahr 2009/2010 besuchte ich als weltwärts Freiwilliger Ruanda und war dort in einem kleinen Ort namens Ngarama an einer Grund- und Berufsschule als Englischlehrer und Fußballcoach tätig.

In Ruanda gab es bis vor kurzem noch keine Schulpflicht. Obwohl das Land Ruanda mittlerweile erwartungsfroh in Bildung investiert, kostet der weiterführende Schulabschluss nach der Grundschule immer noch viel Geld. Nicht wenige Ruander schaffen dennoch einen Schulabschluss, der Ihnen  den Eintritt an eine Universität gewährleistet. Der Preisunterschied zwischen Schule und Universität ist aber so enorm, dass die allerwenigstens Ruander studieren können. Ein Studium kostet deutlich mehr als hierzulande, obwohl das durchschnittliche Einkommen in Ruanda viel geringer ist. Diejenigen, die dennoch studieren können, müssen sich ihr Studium oft mühsam selbst finanzieren. Aufgrund der Schwierigkeit einer Finanzierung des Studiums gibt es in Ruanda relativ wenige ausgebildete Fachkräfte.

Die Idee hinter dem Projekt Bildungsförderung Ruanda ist es, jungen talentierten ruandischen Schülern die Möglichkeit auf ein Studium zu gewährleisten. Die Studenten bekommen von einem hier ansässigen Spenderkreis Studium und Taschengeld finanziert. Die Studenten sollen aber nicht komplett einseitig vom Spenderkreis abhängig sein. Deshalb sind sie verpflichtet, sich während Ihres Studiums ernsthaft um einen Teilzeitjob zu bemühen, um sich das Studium teilweise selbst finanzieren zu können. Mein guter Freund Jean Paul Bucyacyera wird der erste sein, der von diesem Projekt unterstützt wird. Er wird über eine Dauer von vier Jahren Medienwissenschaft und Journalismus an der Nationalen Universität in der ruandischen Hauptstadt Kigali studieren.

Möchten Sie zur Verwirklichung dieses Projektes etwas beitragen? Spenden mit dem Betreff Bildungsförderung oder Jean Paul werden ohne Abzüge der Bildungsförderung weitergeleitet.

Herzliche Grüße, Manuel von der Muehlen

Manuel von der Muehlen, Schlickenkamp 20, 44265 Dortmund, Tel: +49 ? 231 7273846, Mobil: +49 ? 177 1978280, Email: manuel.vdm@hotmail.com